Ich bin ja der Meinung, ein Artikel, der einen gewissen journalistischen Anspruch hat, sollte – nein darf – NIE mit «ich» beginnen. Ich erinnere mich auch noch daran, dass man nicht sich zuerst nennen soll, bei einer Aufzählung. Egal. Ich finde übrigens auch, jemand, der eine Band überhaupt nicht kennt, sollte keine Konzertreview darüber schreiben. Egal, denn ich werde hier jetzt eine Ausnahme machen, weil Philipp Poisel an seinem Konzert im Moods am 16.11. auch Dinge gemacht hat, die ein vielversprechender Musiker, der in Deutschland riesige Hallen füllt und bei Herbert Grönemeyers Label Grönland unter Vertrag ist, eigentlich auch nicht macht.
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Da ich sie bisher nur von Festivals kannte, war ich sehr auf meine erste Headline-Show der Kaiser Chiefs gespannt, und wurde nicht enttäuscht. Aber beginnen wir von vorne. Opener des Abends waren Transfer, eine Rockband aus San Diego, die mit ihrem vollen Sound zwar nicht das Rad neu erfunden, aber doch einen soliden Auftritt geliefert haben.
Digitalism hat für die neue Platte “I love You, Dude” mächtig auf die Mütze gekriegt. Das interessiert in der Maag Halle keinen. Doch, alle. Wer heute zur Schnischnaschnapszahl nicht geheiratet oder sein Kaiserschnittbaby geworfen hat, ist hier (seit Wochen ausverkauft), weil er die Mütze auch ordentlich voll haben will. Einseinself, Einseinself!
Drei Bands, die zur Hälfte überzeugten: vorallem dEUS und das halbe Set von Archive zeigten, dass Rockkonzerte noch immer sehr energiegeladen sein können.
Über den langweiligen Auftritt der ideenlosen Absynthe Minded braucht man nicht viele Worte verlieren; widmen wir uns lieber gleich den belgischen Rockheroen dEUS. Denn während erstere rockigen Britpop mit nur einem Zehntel der Phantasie der Dandy Warholes kopierten, haben sich dEUS in den letzten gut 15 Jahren ungeachtet von Trends ihre eigene Nische aufgebaut: nämlich gitarrenlastigen Pop mit subtilen Melodien und spannenden Geschichten. (more…)
Für mich der perfekte Abschluss des Festivalsommers: 3 Tage (nur abends) 30° C, wunderschönstes Sommerwetter, viel aber nicht zu viel Publikum, 3 Bühnen, abwechslungsreiches Line-Up.
Beste Headliner:
1. SUUNS
2. TRENTEMOLLER (LIVE)
3. ELBOW
Einmal mehr gibt’s nichts zu maulen. Aber gar nichts. Düx und sein Team sowie zweihundert Freiwillige haben wiedermal nichts dem Zufall überlassen. Dieses Jahr zum ersten Mal mit drei Bühnen und wie immer mit gutem Essen, schönem Wetter, toller Stimmung, kalten Drinks (zu vernünftigen Preisen) und Bands die auf dem Gelände rumlatschen und mit den Leuten Bier trinken…
Wir danken dem Bad Bonn herzlich für drei wunderbare, lustige, besucherfreundliche und ausnehmend gut programmierte Tage! sm
Beste Headliner
- QUEENS OF THE STONE AGE
- CARIBOU
- DARKSTAR
Es sind die Risse, die entzweien, die gebrochene Schönheit, die etwas spannend machen; die Unvereinbarkeit zweier Seiten innerhalb einer Person. Wenn etwas irritiert und fast schon abstösst, aber man trotzdem immer wieder dahin zurück muss, auch wenn man gar nicht will. Wenn etwas widerlich kitschig ist, voll von dunkler Ironie und schlechten Zoten, aber dennoch durch und durch ehrlich und verletzlich klingt. – Am Ende wünscht man sich, John Grant würde ewig weiter singen. (more…)
Die zunehmende Verflachung des Indierocks, die mit dessen Aufnahme in die Mainstreamkultur einhergeht, wurde immer wieder beanstandet; auch an dieser Stelle. Indierock scheint heute beinahe gleichbedeutend mit einem Kleidercode und tanzbar schrummelnden, kalkulierten Gitarren. Dass Indie wirklich mal eine sanfte Revolution war, gemacht aus Cleverness und trotziger Nachlässigkeit, scheint heute vergessen. Zum Glück gibt es aber noch Bands, die die Spannung, welcher unkonventionellen Musik innewohnt, zu ihrem Credo nehmen. (more…)
Das Wiedererstarken der Schweizer Volksmusik, durch Bliggs Verschmelzung von Ländler und Urban Music angetrieben, findet vor allem in der Agglomeration – also dort, wo das Ländliche nicht mehr existiert und die Umgebung, aber nicht die Köpfe verstädtern – regen Zuspruch. Der kosmopolitische Städter hingegen sträubt sich gegen solch altbackene Klänge. Interessanterweise lässt er sich aber bei Amerikanischer Folkmusic bisweilen sogar zu einem Juchzer hinreisen. (more…)
Sowohl seine Musik und sein vollbärtiges Aussehen prädestinieren Samuel Beam, besser bekannt als Iron and Wine, zum prototypischen Vertreter des Singer/Songwriters. Wer sich an diesem Abend nun aber auf ausschliesslich kuschlig-wohligen Seelenbalsam freute, sah sich wohl enttäuscht. Denn mit dem neuen Album Kiss Each Other Clean (4AD, 2011) hat er den Stilwechsel, der sich auf Shepards Dog (Sub Pop, 2011) angedeutet hatte, endgültig vollzogen und sich vom heimeligen Softfolk verabschiedet. (more…)
