Man konnte es ahnen – hier braute sich etwas ganz Grosses zusammen. Seit im August 2012 der Song „The Waves“ veröffentlicht und das zweite Album, “Awayland” angekündigt wurde, galt es, diese irische Band im Auge zu behalten. Nachdem im Oktober und im November „Passing A Message“ und „Nothing Arrived“ auf dem Musikstreamingdienst des Vertrauens zu finden waren, waren die letzten leisen Zweifel verflogen und man konnte sich auf das freuen, was den Villagers in ihrem Debut teilweise noch gefehlt hatte: Unverkennbarkeit.
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Mit Great Mountain Fire schickt sich eine weitere Band an, dem Reigen der vorzüglichen, belgischen Indie-Macher beizutreten, zu dem sich schon Bands wie Absinthe Minded, Balthazar oder die heimlichen Götter des guten Geschmacks, dEUS, zählen dürfen. Anstatt nun jedoch einen (an sich allzu berechtigten) Lobgesang auf die belgische Musik anzustimmen, soll sich die Aufmerksamkeit in diesem Artikel auf das corpus delicti richten.
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Der Bandname dürfte einem Knoten in der Zunge bescheren, doch das Konzept der Band aus Fribourg ist einfach. Zwei Gitarren, Drums, fertig. Die Stimmungen, die sie damit erzeugen sind erstaunlich und komplex. Mal verzwackt wie Postrock, mal treibend wie Stoner, mal konstruiert wie Math. Wobei sich der trockene Sand aus der Wüste Nevadas, das Homeland der Stoner, bei Hubeskyla bisweilen in Treibsand verwandelt und einem hinabziehen möchte in einen Strudel aus Noise, dessen unteres Ende noch nicht absehbar ist. Und das blöde ist, man möchte es gar nicht unbedingt kennen. Hubeskyla aber rotzen unbeirrt drauflos, als habe es nie so was wie eingängige Melodien gegeben – und dafür gebührt ihnen höchster Respekt. Fuzzig und dicht. Und kraftvoll ist das neue Album in jeder Sekunde.
Der Zungenbrecher-Name ist übrigens eine Wortschöpfung aus den Bandnamen Husky und Bela, in denen Lionel Gaillard und Mathias Bieri zuvor spielten. Fabrice Seydoux ergänzte das Trio daraufhin. ds
Dear Reader waren traurig. Musikalisch, zumindest. Diese Traurigkeit demonstrierten sie in ihrem Debut-Album „Replace Why With Funny“ auf grossartige Art und Weise. Die Songs, ob Anekdoten oder in Lieder verpackte Vergangenheitsbewältigungen, waren alle entwaffnend direkt, simpel, eingängig, ehrlich. Und tief melancholisch.
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Was passiert mit Bands, die nach einem erfolgreichen Debütalbum einen Nachfolger liefern? Entweder sie kopieren etwas ehemals Innovatives (the Strokes), sie verirren sich auf neuen Pfaden (Friendly Fires), oder aber sie etablieren sich als Künstler, die einen gewissen roten Faden beibehalten, sich aber weiterentwickeln und somit spannend bleiben. Als Florence Welch uns 2009 mit Lungs verzauberte, standen wir im Bann einer unglaublichen Stimme, die sich über Harfen und Pauken legte. Jugendlich leicht kam Florence daher und hatte doch etwas Anmutendes an sich. (more…)
Das Hamburger Geschwisterpaar Eva & Philipp Milner straft die hanseatische Zurückhaltung Lügen. Gut ein Jahr nach dem das selbstbetitelte Debüt erschienen ist und man mit Bodi Bill auf ausgedehnter Europatour weilte, gibt’s schon wieder neues Material. Oder fast. Die neue Platte „Variations“ ist kein Studioalbum , sondern verweist vielmehr eindeutig auf Netzwerkler-Qualitäten. Mit „Variations“ lässt Hundreds seine eigenen Tracks vorwärts und rückwärts durch den Mixer befreundeter Künstler jagen. Mit Covern, Neubearbeitungen und Remixen von und mit u.a. Bodi Bill, Einar Stray, Get Well Soon, Small Panthers und Styrofoam macht sich die Band aber nicht nur selbst ein Geschenk. „Variations“ beweist, dass die eigenen Songs so stark sind, dass sie auch gut in anderen Kontexten funktionieren. Normalerweise haben aufgewärmte Suppen immer einen faden Beigeschmack. „Variations“ entfaltet dagegen durchaus eigenständige Geschmacksnoten und macht passend zur Kälte draussen, ganz warm von innen.
„Variations“ erscheint am 02.12.2011. Die Hundreds im Original gibt’s aber schon vorab in Basel. Am 30.11.2011 spielen Hundreds im Grenzwert. nt
“For some odd reason, I feel this is how hipsters dream.” 72 mal thumps up, gab’s für diesen Kommentar auf youtube zum Gardens &Villa Black Hills Video. Hier jagt eine böse Unterhemdengang einen kleinen blonden jungen in slow motion durch den Wald. Warum? Weil der Junge einen seltsam leuchtenden Kristall im Fahrradkorb hat, der zurück zum Mutterschiff muss. Alles klar. Der Wald bringt uns auch gleich zum Langspieldebüt der vormals vier jetzt fünf mystischen Traumfabrikanten aus Santa Barbara. Soll Gardens & Villa doch für die Aufnahmen zwei Wochen hinter Richard Swifts Studio vor Oregons Waldidylle gezeltet haben. Neben Baden in Flüssen, BBQ und Stechmückenabwehr, haben Gardens & Villa neben einer guten Promogeschichte aber schließlich noch zehn Songs auf Platte gepresst. (more…)
Kasabian sind zurück, nach ausgiebiger Tour inklusive mehrerer Schweizer Festivalauftritte, wollen sich die Herren um Gitarist Sergio Pizzorno also nicht mehr auf dem – berechtigten – Ruhm ihres dritten Albums West Ryder Pauper Lunatic Asylum ausruhen und liefern folglich Nummer vier. (more…)
Mit ihrem neusten Werk AHOI NACHT AHOI CAMERADO machen die Acapulco Stage Divers (ASD) einen grossen, hörbaren Schritt nach vorne. Das Album ist das dritte offizielle der leidenschaftlichen Musiker, die sich nicht schämen, lauthals über Ihre Leidenschaft und das Leiden im Allgemeinen zu singen. «Liebe ist alles – ohne Liebe ist alles nichts», der Refrain des Songs «Versuchen Verstehen», fasst in etwa zusammen, um was es textlich geht und immer schon ging bei den ASD. Doch das neuste Album kommt reifer daher. Seit AHOI NACHT AHOI CAMERADO haben die Texte ihr bisweilen freiwillig dadaistisches Moment verloren. Angekommen ist man jedoch noch immer nicht, es wird gesungen von der «Suche nach mir selbst», («Magnolia») oder einer «Reise, die zu mir selber führt», wie man bereits im Titelsong hören kann. Diese Reise oder Suche ist nun aber instrumental versierter und gipfelt da und dort in einem Folk-Flirt mit Banjo oder einem fulminanten Gitarrensolo, sodass die Live-Konzert der ASD durchaus eine Reise wert sind. jk
Zu sagen, The Strokes wären ein One-Trick-Pony, wäre das negative Formulieren einer Tatsache. Positiver klänge die Aussage, The Strokes würden sich erneut von ihrer besten Seite zeigen. Am ehrlichsten trifft es wohl dieser Satz: The Strokes kennen ihre Kernkompetenzen sehr gut und wissen sie auch bei ihrem vierten Studioalbum effektiv in Szene zu setzen. Als Unternehmensstrategie für eine Band ist ein solches management by default zwar relativ risikofrei, nur verschont es den Markt weitgehend von Innovationen, Turbulenzen und auch von gesundem Wettbewerb. Ausserdem – und das ist der wesentlichste Punkt – verhindert ein solches Verhalten Wachstum.
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